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Factsheet zum Rückenschmerz

 

 

1.      Häufigkeit von Rückenschmerzen:

 

Ø  22 Prozent der Frauen und 15 Prozent der Männer geben an, im letzten Jahr unter chronischen Kreuzschmerzen, die mindestens drei Monate anhielten und sich täglich oder nahezu täglich bemerkbar machten, gelitten zu haben. (Quelle: Gesundheit in Deutschland. Berlin: Robert Koch Institut (RKI) 2006)

 

Ø  62 Prozent der Frauen und 56 Prozent der Männer leiden mindestens ein Mal im Jahr an Rückenschmerzen. (Quelle: Bundesgesundheits-Survey, 1998)

 

 

2.      Unterscheidung von Rückenschmerzen:

 

Ø  Man unterscheidet zwischen spezifischen und nichtspezifischen Rückenschmerzen. Im Gegensatz zu nichtspezifischen Rückenschmerzen haben spezifische Rückenschmerzen eine eindeutig feststellbare Ursache wie zum Beispiel einen Bandscheibenvorfall.

 

Ø  Etwa 15 Prozent aller Rückenschmerzpatienten leiden unter spezifischen Rückenschmerzen. Bei etwa 85 Prozent liegt ein nichtspezifischer Rückenschmerz vor. (Quelle: Bundesgesundheits-Survey, 1998)

 

3.      Effektive Maßnahmen bei Rückenschmerzen entsprechend der aktuellen Nationalen VersorgungsLeitlinie (NVL) Kreuzschmerz:

 

akute Schmerzphase:

Ø  körperliche Aktivität (starke Empfehlung)

Ø              adäquate, individuelle Information und Beratung (starke Empfehlung)

Ø  Optionen: Entspannungsverfahren (Progressive Muskelrelaxation), Manipulation/Mobilisation, Wärmetherapie in Verbindung mit aktivierenden Maßnahmen (optional)

subakute Schmerzphase:

Ø  Bewegungstherapie (starke Empfehlung)

Ø  adäquate, individuelle Information und Beratung (starke Empfehlung)

Ø  Kognitive Verhaltenstherapie (KVT) bei Vorliegen psychosozialer Risikofaktoren (starke Empfehlung)

Ø  Optionen: Massage in Kombination mit Bewegungstherapie, Rückenschule (optional)

chronische Schmerzphase:

Ø  Bewegungstherapie (starke Empfehlung)

Ø  Schulungsmaßnahmen (Beratung/Edukation) (starke Empfehlung)

Ø  Kognitive Verhaltenstherapie (KVT) eingebunden in multimodales Behandlungskonzept (starke Empfehlung)

Ø  Entspannungsverfahren (Progressive Muskelrelaxation) (Empfehlung)

Ø  Rückenschule (Empfehlung)

Ø  Optionen: Akupunktur, Manipulation/Mobilisation sowie Massage in Kombination mit Bewegungstherapie (optional)

(Quelle: Nationale VersorgungsLeitlinie Kreuzschmerz, veröffentlicht 2011 durch die äzq)

 

Wie die Versorgung bislang noch häufig läuft:

 

Der Vergleich der Heilmittelversorgung von Patienten mit Rückenschmerzen und den Empfehlungen der europäischen Leitlinie hat im Heilmittelreport der Gmünder Ersatzkasse bereits 2006 gezeigt, dass sowohl bei akuten wie auch chronischen Fällen viele durchgeführte Behandlungen einen unzureichenden oder fehlenden wissenschaftlichen Nachweis (Evidenz) haben. Aus ökonomischer Sicht bedeutet das, dass bei einer einzigen Krankenkasse in einem Jahr 7,71 Millionen Euro und damit 22 Prozent der Gesamtausgaben in Höhe von 35,7 Millionen Euro für aus wissenschaftlicher Sicht ineffektive Heilmitteltherapien aufgewendet wurden.

 

(Quelle: Schriftenreihe zur Gesundheitsanalyse, Band 49, GEK-Heil- und Hilfsmittel-Report 2006, [Hrsg: GEK-Gmünder Ersatzkasse. Autoren: Bernhilde Deitermann, Claudia Kemper, Falk Hoffmann, Gerd Glaeske])

 

Die Rückkehrraten zur Arbeit von Personen mit durch Rückenschmerz verursachter zwölfwöchiger Arbeitsunfähigkeit sind in Deutschland ungünstig: Nur 54 Prozent der Betroffenen nehmen in den folgenden zwei Jahren ihre Arbeit wieder auf. In den Niederlanden waren es im gleichen Zeitraum dagegen 81 Prozent. (Quelle: Bloch F, Prins R (eds) (2001) Who returns to work and why? Transaction Publishers, New Jersey)

 

Als Gründe werden unter anderem unzureichende und einseitige Behandlung, die häufig fehlende Nachsorge und/oder eine unzureichende Berücksichtigung beruflicher Belastungen genannt. (Quelle: Hüppe A, Raspe H (2005) Zur Wirksamkeit von stationärer medizinischer Rehabilitation in Deutschland bei chronischen Rückenschmerzen. Rehabilitation 44: 24–33)

 

4.      Kosten von Rückenschmerzen im Allgemeinen:

 

Nach internationalen Schätzungen gehen etwa 85 Prozent der Gesamtkosten auf das Konto des durch Arbeits- und Erwerbsunfähigkeit bedingten Produktivitätsausfalls, rund 15 Prozent werden für die medizinische Behandlung aufgewendet.

(Quelle: Robert Koch Institut (RKI). Gesundheit in Deutschland. Berlin: RKI; 2006.)

 

Behandlung, Rehabilitation und vorzeitige Berentung von Patienten mit chronischen Rückenschmerzen verursachen Ausgaben in Höhe von bis zu 25 Milliarden Euro im Jahr (direkte Kosten etwa 10 Milliarden Euro, indirekte Kosten etwa 15 Milliarden Euro)

(Quelle: Drucksache 15/2295 des Deutschen Bundestages, 2003)